Mixing, meine Tipps


  • Gute Zusammenstellung, vielleicht ein wenig speziell auf EDM gemünzt, aber das passt schon hier ins Board.
    Tipp 6 ist in anderen Musikstilen eher nicht so relevant. Bei EDM ist Sidechaining auch fast eher ein klangliches Stilmittel als eine klassische Mixingaufgabe.


    Das kann ich so nicht bestätigen. Sidechaining bzw. Ducking ist gerade im EDM inzwischen ein Muss, um auf die Lautheit und den typischen Sound zu kommen. Habe seit Ewigkeiten keinen Dubstep/Drum'n'Bass/Glitch-Hop/etc. Track mehr gehört, bei dem nicht massiv Ducking im Einsatz ist. Anders kommt man wohl auch niemals auf drückende Kick und Snare, bei "angenehm" hörbarer DR3 / DR4 . ;)

  • https://dl.dropboxusercontent.…0Hi%20Pass%20Trennung.flp


    Man kann das Sidechaining auf die Spitze treiben. In meinem Beispielprojekt laufen alle Instrumente und Effekte durch die beiden Multibandfilter von Lo Pass und Hi Pass. Die Trennfrequenz ist 120 HZ, und alles unterhalb dieser Frequenz wird von der Kick geduckt. Schickt ihr alle Instrumente und Effekte die keinen Subbass benötigen nur durch den Hi- Filter, habt ihr keinen störenden Bassmatsch mehr. Spielen Kick und Bassline zeitgleich, drückt die Kick die tiefen Bässe der Bassline weg.


    Zusätzlich habe ich klassisches Volume- Ducking über den Love Philter eingebaut, durch welchen das Signal ebenfalls in die Filter, und erst von dort zum Master raus geht. Über Sendweg könnt ihr steuern, wie stark das Ducking für das jeweilige Instrument überhaupt ausfallen soll. Als Beispiel findet ihr die Sendbeimischung anhand der Psy- Bassline im Mixer.


    Durch gezieltes Routing in die Filter ist es einfacher, den Song abzumischen. Man braucht hauptsächlich nur noch die Tiefen der unteren Mitten gezielt ein wenig absenken, komprimieren, und erhält so bereits einen sauberen Mix. Man braucht für diesen Vorgang nicht einen zusätzlichen Equalizer.
    Monokompatibel in den Subbässen bleibt ihr, wenn ihr zu Lo Pass/Lo Sidechain/Lo Ducking nur Monobässe sendet. Stereobässe werden entsprechend nur durch Hi Pass/Hi Ducking geschickt.

  • ein tipp, den ich mir mittlerweile angewöhnt habe (gilt hauptsächlich für clubmusik)


    es lohnt sich, den bass doppelt zu sidechainen. einmal volume und einmal die bassfrequenzen.


    außerdem mache ich mittlerweile beides per automation, da man da bessere kontrolle drüber hat.


    bei der volumeautomation reicht es, den bass ganz kurz um ca. 30% wegzudrücken, damit der anschlag der kick besser durchkommt. diesen sidechain kann man übrigens auch auf anderen sounds legen, wenn es passt.
    die automation des bassbandes sollte dagegen zu 100% runter gehen, damit sich unten wirklich gar nix mit der kick in die quere kommt. das bringt es echt.
    ich mach es dabei gerne so, dass ich die kick als audio clip in der playlist hab und mit der automation praktisch das negativ der kickamplitude nachbaue. das macht zwar nichts anderes als ein peakcontroller, aber ich kann manuell nachbessern wenn es zu wenig oder zu krass weggedrückt wird.
    bei clubmukke lohnt es sich einfach, wegen dem bassbereich so viel aufwand zu betreiben.
    ansonsten kriegt ausnahmslos jeder sound, der mit kick und bass gleichzeitig spielt bei mir nen 3db/oktave lowcut zwischen 120 und 200 hz. das klingt natürlicher als so eine steile pisswand und der sound verliert weniger charakter. trotzdem reicht der lowcut normal aus

  • Ich hab mal angefangen, gelayerte Sounds sowie Basedrums auf einen eingenen "Master" zu Routen. Sprich: Wenn ich 4 Lead Synthies hab, hab ich 5 Mixer Channels.


    In den Channels der Synthies cutte ich unnötige Frequengänge raus, das selbe mach ich auf dem "Master" und dort effektier auch z.B. mit einem Reverb oder je nach Anforderung auch mit einem Peakcontroller. So kann ich die Stereosperation und die Volume der einzelnen Lead Synthies einstellen, hab aber dennoch kontrolle über die gesamt Lautstärke fürs Ducking zum beispiel.


    Ich finde es Praktisch und es vereinfacht das Mixing, vielleicht hat ja jemand einen Tipp oder Kritik, wie es vlt. besser wäre.


    Greez
    Droppy


  • Das was du beschreibst nennt sich "Bus", soweit ich weiß. Aber meiner Meinung nach völlig richtig dies zu benutzen. Ich benutze desweiteren Busse für Drums, Bässe, andere Synths etc. So kann ich dann beispielsweise das ganze Drumming leicht komprimieren und etwas dichter gestalten oder z.B etwas ansättigen.

  • Das was du beschreibst nennt sich "Bus", soweit ich weiß. Aber meiner Meinung nach völlig richtig dies zu benutzen. Ich benutze desweiteren Busse für Drums, Bässe, andere Synths etc. So kann ich dann beispielsweise das ganze Drumming leicht komprimieren und etwas dichter gestalten oder z.B etwas ansättigen.


    Ja genau. Hab das wort gerate gesucht :D
    Nebenbei. Auf dem Mastering verwende ich meist nochmal einen EQ um die "wichtigen" Frequenzen etwas herrauszuheben. Ist das ne gute idee?


  • Ich hab mal angefangen, gelayerte Sounds sowie Basedrums auf einen eingenen "Master" zu Routen. Sprich: Wenn ich 4 Lead Synthies hab, hab ich 5 Mixer Channels.


    Jup, das nennt man Subgruppen, macht durchaus Sinn da welche zu erstellen. Nur bei zu vielen wird es dann wieder unübersichtlich. Eine für Drums, eine für Leads, eine für Bass und eine für Effekte, das reicht eigentlich. Variiert aber natürlich von Track zu Track.
    Sinn macht auch die Farbliche Abtrennung der Subgruppen vom Rest, und das Sortieren aller Instrumentenchannels vor den Subgruppenchannel (mit Alt + links/rechts).



    In den Channels der Synthies cutte ich unnötige Frequengänge raus, das selbe mach ich auf dem "Master" und dort effektier auch z.B. mit einem Reverb oder je nach Anforderung auch mit einem Peakcontroller. So kann ich die Stereosperation und die Volume der einzelnen Lead Synthies einstellen, hab aber dennoch kontrolle über die gesamt Lautstärke fürs Ducking zum beispiel.


    Gut, beim Reverb aber noch besser: 3 verschiedene Reverbs (kurze, mittlere, lange Hallfahne) auf 3 verschiedene Send-Channels legen und den Hall dann zu den einzelnen Instrumenten zumischen. Man kann theoretisch auch ne ganze Subgruppe an den Hall senden, da muss man dann aber aufpassen dass nicht z.B. die Bassdrum mit dabei ist oder so.

    [font="Trebuchet MS"]Youtube[/font]


    Zitat von Muz


    Und ggf. braucht man auch etwas Zeit, um zu begreifen, dass man Zeit braucht ;)


  • Das was du beschreibst nennt sich "Bus", soweit ich weiß.


    Auch gut :D



    Ja genau. Hab das wort gerate gesucht :D
    Nebenbei. Auf dem Mastering verwende ich meist nochmal einen EQ um die "wichtigen" Frequenzen etwas herrauszuheben. Ist das ne gute idee?


    Naja nicht wirklich. Der Frequenzgang sollte schon ohne Mastern stimmen. Beim Mastern werden dann meistens noch die Tiefen und die Höhen leicht angehoben.
    Wenn du ne bestimmte Frequenz im Master anhebst (z.B. irgendwo in den Mitten) musst du bedenken dass du diese Frequenz in allen Instrumenten anhebst. Das kann matschig und unschön werden. Besser: den Frequenzgang von einzelnen Instrumenten ändern.


    Das ist die Theorie. In der Praxis gilt natürlich immer: Gut ist, was gut klingt. ;)

    [font="Trebuchet MS"]Youtube[/font]


    Zitat von Muz


    Und ggf. braucht man auch etwas Zeit, um zu begreifen, dass man Zeit braucht ;)

  • Ein EQ beim Mastering ist u.U. kontraproduktiv. Natürlich kannst du damit einen zu dumpfen Mix heller machen, oder tiefe Bässe anheben. Sinnvoller ist aber natürlich, wenn der Mix bereits ausgewogen abgemischt wurde, und solche Bearbeitungsschritte beim Mastern entfallen können.
    Umso weniger man beim Mastering noch am Klang herumpfuschen muss, umso besser wird in der Regel das Ergebnis klingen. Das gilt für alle Bearbeitungsschritte im Mastering.
    Je nach Song sind natürlich manchmal Eingriffe unbedingt notwendig. Dabei sollte man phasenlineare EQ´s für gezielte, kleine Eingriffe bevorzugen.
    Minimalphasige EQ´s hingegen sind eher zum Färben des Klangbilds im Mastering geeignet. Sehr zu empfehlen ist zu diesem Zweck der Luftikus, welcher sich auch in meinem Freeware Plugins VST- Bundle befindet.
    http://myvst.com/vst-effects/luftikus-freeware

  • was mir noch eingefallen ist, falls du das gut findest kannsts ja noch hinzufügen:


    EQing und kompression an einem instrument bevorzugt, wenn alles läuft, nicht wenn das instrument gesolot ist. also einfach augen zumachen und genau hinhören, wie sich die präsenz und klangfülle des instrumentes im gesamten mixdown verhält. sonst neigt man nämlich gerne dazu, wie du schon geschrieben hast, "jedes instrument für sich so fett wie möglich zu machen".


    und noch was kleines: bei der kompression wenn man sich unsicher ist lieber ne geringere ratio als ne höhere. oft tritt das dann nämlich in summe mit anderem kram oder nach sidechaining oder mastering oder was auch immer zutage, dass das instrument zu stark komprimiert wurde, weil die ohren nicht gut genug sind, das vorher schon zu hören (lügt euch da nicht selbst ins gesicht, richtig zu komprimieren ist mMn mit das schwerste, was es im mixing gibt)

  • Tipp 6:
    Platz im Bassbereich schaffen durch Sidechaining.
    Ich denke darauf muss ich nicht näher eingehen, das wurde in unzähligen Threads ausreichend diskutiert.
    Was man allerdings noch dazusagen kann:
    Teilweise klingt es besser z.B. nur die Tiefen der Bassline zu sidechainen da der Sound dann nicht so „pumpt“. Das kann man machen indem man mit der Kick das unterste Frequenzband im EQ2 steuert oder die Tiefen im Multibandkompressor. Wenn da noch Erklärungsbedarf besteht einfach sagen ;)


    Ich cutte für die Baseline alles im 40Hz-Bereich weg, damit sich die Kick (40Hz etwas erhöhen und 60Hz etwas runter) besser entfalten kann.


    Das mit *unterste Frequenzband im EQ2* und dem Multibandkompressor habe ich nicht 100% verstanden.


    Sehr schöner Beitrag vielen Dank.
    (Diskussionen zu 1. "besser Lautstärke im Mixer, als im Stepsequenzer verändern" werde ich verfolgen;o)


    Das sollte man eigtl. immer so machen, da es viel übersichtlicher ist.
    Gibt es zu "besser Lautstärke im Mixer, als im Stepsequenzer verändern" schon einen Thread ?


    Hat jemand zu Reverbs (kurze, mittlere, lange Hallfahne) ein Beispiel ?


  • Das mit *unterste Frequenzband im EQ2* und dem Multibandkompressor habe ich nicht 100% verstanden.


    Naja du machst einen Peak Controller auf die Kick, machst link to controller beim untersten Frequenzband im EQ2, so dass die Tiefen weggedrückt werden wenn die Kick spielt.



    Das sollte man eigtl. immer so machen, da es viel übersichtlicher ist.
    Gibt es zu "besser Lautstärke im Mixer, als im Stepsequenzer verändern" schon einen Thread ?


    Wenn dein Signal lauter in einen Effekt geht verändert das ja die Wirkung des Effekts.
    Die Signalkette ist ja Stepsequenzer - > Effekte - > Mixerlautstärke (schlampig gesagt).
    Wenn du jetzt z.B. auf einen Synth mehrere Effekte legst, und im nachhinein die Eingangslautstärke (also die im Stepsequenzer) veränderst, dann kann es passieren dass der auf einmal komplett anders klingt. Wenn du die Lautstärke im Mixer veränderst veränderst du sie "mit" den Effekten. Also du hörst danach exakt das gleiche nur eben leiser oder lauter, aber nicht anders.


    Hoffe du kannst meinen Gedankengängen einigermaßen folgen, ist schon spät und ich bin etwas müde :D

    [font="Trebuchet MS"]Youtube[/font]


    Zitat von Muz


    Und ggf. braucht man auch etwas Zeit, um zu begreifen, dass man Zeit braucht ;)

  • Was ich vor Allem wichtig finde ist orga in der Playlist und die dann natürlich auch im CR und im Mixer wiederzufinden, dann weiß ich immer wo was ist und kann nachher viel schneller arbeiten.
    Hier räume ich eine Stunde lang die Playlist und den Channel Rack von einem uralten Projekt auf. Vorsicht: Englisch.


    Nur damit ich, falls ich das denn mal mixmäßig oder kompositionsmäßig updaten will, auch finde was ich gemacht habe.