Fruity Convolver vs. Reeverb (1/2)

  • Convolver passt für 90% der Reverbbedarfe.

    Bei halligen Snares oder Claps (also Reverb auf kurze Töne) habe ich es noch nicht hinbekommen, da die Hallfahne trotz EQing immer "bauchig"/dunkel bleibt.

    Wenn ich ein Reverb mit Convolver fertig habe, gelingt es mir oft, ein nahezu gleiches Ergebnis mit Fruity Reverb hinzubekommen (I, nicht II). Andersrum nicht.

    Mit Fruity Reverb II komme ich überhaupt nicht klar...


    (Falls jemand ein Link/Video hat, wie man mit Convolver "Gated Reverb" hinbekommt, gerne.)

  • Hey Tiles,


    es gibt da eigentlich keine Grundregel (gibt es ja quasi nie :D), was jetzt besser sein könnte. Guck dir vor allem mal das Prinzip verschiedener Reverb-Techniken an. Du stellst hier letztendlich Faltungshall gegenüber algorithmischer Hall.


    Faltungshall ist quasi ewin gesampleter Hall, bei dem es eine statische Audio-Datei gibt, die die Rauminfos enthält und an die der Sound, der verhallt werden soll, quasi "angelegt" wird. Vorteil: meistens eher CPU sparsam. Nachteil: die meisten mir bekannten IR-Plugins sind entsprechend eher statisch, weil halt in erster Linie nur diese IR*-Audiodatei genutzt wird. *IR = Impuls-Response = Impulsantwort


    Algorithmischer Hall ist hingegen komplett synthetisch, sozusagen. Der Hall wird digital durch Algorithmen berechnet. Vorteil: man kann den Raum sehr flexibel und dynamisch gestalten. Nachteil: kann bei einigen Hallplugins schnell auf CPU schlagen.


    Ich persönlich favorisiere sehr algorithmische Halls. Ich mag es einfach jederzeit sehr schnell Einstellungen ändern zu können. Beim Faltungshall brauchst du halt außerdem gute IRs, sonst klingt's schnell blöd. Insgesamt finde ich meistens IRs schon ok, aber irgendwie dann doch sehr statisch (habe früher viel mit IR-Halls gemacht). Fällt ggf. womöglich den Wenigsten auf (und auch mich könnte man bestimmt schnell täuschen, was ich nicht abstreiten möchte!), aber irgendwie mag ich trotzdem die Flexibilität eines algorithmischen Halls. Meine Favoriten hierbei ganz klar: Valhalla mit ValhallaRoom und ValhallaPlate. Klingen einfach unglaublich gut und sind extrem CPU sparsam zugleich.


    Zu deiner Preset-Frage: Fruity Convolvers Presets, sind nicht unbedingt Presets im herkömmlichen Sinn, sondern quasi nur die mitgelieferten IR-Files als Preset in Convolver abgespeichert. Du könntest genau so gut in den jeweiligen IR Ordner gehen und die IR-Wav-Dateien da manuell reinziehen.


    Außerdem: das Empfehlen ist da super schwierig und eigentlich auch unsinnig, wenn ich an dieser Stelle mal meine eigene Erfahrung und Meinung äußern darf. Es kommt stark darauf an, was dein jeweilige Stück verlangt, das du gerade produzierst. Du kannst ja auch schlecht fragen: "Welcher Bass passt am Besten?" ... am Besten wozu? Für was? Welches Genre? (-; ... ich hoffe, du erkennst worauf ich hinaus möchte.


    Das Hallplugin ist irgendwie eines meiner Lieblingsplugins. Habe womöglich schon summierte ganze Tage damit verbracht Halls zu testen und zu erproben. Ich empfehle so etwas jedem auch sonst, um einfach mal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Dinger funktionieren und vor allem wo die Detailunterschiede im Klang sein können! (=

  • Beides sind Reflexionen. Nur dass Hallreflexion eben kontinuierlich ist. Und mit Echo ist jeweils nur eine deutlich zeitversetzt wahrnehmbare Reflexion gemeint. Ich habe da nie so wirklich einen Unterschied gemacht. Wichtig ist dass es tut was es soll ^^


    Zitat Wikipedia (auch wenn ich dem Verein was ihr "Wissen" angeht immer noch nicht so recht über den Weg traue. Immerhin haben sie die Beschreibung von Audacity so geändert dass es wieder ein Wave Editor ist, und keine DAW, hihi) :


    Zitat

    Der Ausdruck Nachhall oder umgangssprachlich kurz Hall bezeichnet im Unterschied zum Echo kontinuierliche Reflexionen von Schallwellen (Schallreflexionen) in einem geschlossenen Raum oder in einem natürlich begrenzten Bereich.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhall

  • Nun, ein Echo ist für mich, wenn ich in den Bergen stehe und laut rufe "Hallo" und ein bisschen später ein "Hallo" zurück kommt. Natürlich kannst du sagen, dass ein Hall entsprechend nur ganz viele kleine Echos sind. Aber man beschreibt zum einen mit den verschiedenen Begriffen bereits die Charakteristik des Klangs und zum anderen (meiner Erfahrung und meinem Verständnis nach) auf technischer Ebene die Funktionsweise des jeweiligen Plugins.


    Also ich würde den Unterschied wie folgt beschreiben. Ist natürlich nur meine SIcht der Dinge; keine Ahnung, was jetzt ein wissenschaftlich besiegelter und amtlich anerkannter Tontechniker dazu sagen würde. (-;



    Echo:

    Charakter -> nicht diffus, wie ein klassicher Delay-Effekt, ggf. sogar akustisch rhythmisch differenzierbar

    Technisch -> Signal wird verzögert wiedergegeben und durch ein Feedback zurück gespeist, während es an Energie verliert, wodurch es bei jedem erneuten Signal leiser wird.


    Hall:

    Charakter -> eher diffus, kann räumlichen EIndruck vermitteln, akustisch rhythmisch eher absolut nicht differenzierbar

    Technisch -> Signal wird in ein komplexes Delay-Feedback-Netzwerk gespeist, wo es komplexe "Minidelays" und ggf. sowas wie Allpass-Filter etc. durchläuft, ebenfalsl in der Regel leiser werdend



    Ein Hall kann natürlich auch gewissermaßen wie ein Delay fungieren. Die meisten Hallgeräte haben eine sogenannte ER Sektion (Early Reflections = Erstreflektionen). Dieses Element ist natürlich durchaus wie ein Echo zu verstehen. Allerdings ist meiner Erfahrung nach auch dieses Element in den meisten Hallplugins bereits diffuser als ein einfaches Delay.


    Es ist meiner Meinung nach also durchaus sinnvoll diese Effekte zu differenzieren, weil es sowohl charakterstisch wie auch technisch durchaus klare Unterschiede geben kann; zumindest meinem Verständnis nach. Hoffe, ich konnte meine Gedanken nachvollziehbar erklären. (=

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